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Wieder ein Jahreswechsel: über ein hoffentlich besinnliches Weihnachten 2023 in ein weiteres neues Jahr ... Die allerbesten Wünsche mögen hier all jene begleiten, die sie auch verdienen.
Vielleicht noch einmal dorthin, schön ist es in dieser Gegend auf jeden Fall. Vielleicht wird es damit ja wieder etwas im kommenden Jahr ...
Wer in einem gewissen Alter frühere Jugendwünsche und Hoffnungen realisieren will, betrügt sich immer, denn jedes Jahrzehnt des Menschen hat sein eigenes Glück, seine eigenen Hoffnungen und Aussichten.
Johann Wolfgang von Goethe
Hin geht die Zeit, und verlässt uns, wir mögen noch so sehr um sie geizen. Weder die künftige ist mein, noch die vergangene. Ich schwebe auf einem Punkt der fliehenden Zeit, und Größe ist's, genügsam zu sein.
Lucius Annaeus Seneca
Wie schnell sich die Umstände bisweilen doch ändern; wie gut für die Seele dieser Lauf der Jahreszeiten: nur sollte der Mensch sich da stets einsichtiger und auch bescheidener zeigen ...
Hinter jedem Winter steckt ein zitternder Frühling und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
Khalil Gibran
So gehört denn auch zu unserem vögelsingenden, blütenschneienden Frühling, wo der Fluß zwischen duftenden Kräutern tanzt und ein Herz im anderen lebt, jener kalte, vom Wind und Schnee durchkreuzte Winter, wo die eisige Luft mirden Atem an den Haaren zu Reif ansetzte, wo ich so wenig wußte, was mich inden Wintersturm hinausjagte, als wo der Wind herkam und wo er hineilte.
Bettina von Arnim
An die Bäume im Winter
Gute Bäume, die ihr die starr entblätterten Arme
Reckt zum Himmel und fleht wieder den Frühling herab!
Ach, ihr müßt noch harren, ihr armen Söhne der Erde,
Manche stürmige Nacht, manchen erstarrenden Tag!
Aber dann kommt wieder die Sonne mit grünenden Frühling
Euch; nur kehret auch mir Frühling und Sonne zurück?
Harre geduldig, Herz, und birg in die Wurzel den Saft dir;
Unvermutet vielleicht treibt ihn das Schicksal empor.
Johann Gottfried von Herder
Winternacht
Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht der Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.
Der Wind nur geht bei stiller Nacht
Und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seine Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.
Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.
Joseph von Eichendorff
Wie läßt sich der November an?
So sanft, wie er es kaum getan.
Ein leiser Wind, ein milder Hauch,
und kleine Bumen blühen auch
im Grase hier und dort.
Und auf den Gräbern, streng und starr,
welkt, was noch heut im Leben war.
Carl Peter Fröhling
(Aufnahmen Jesuitenkirche Mindelheim am 14.12.2023)
»Walchensee«
Eingerahmt von Bergmassiven:
Der See eingebettet ruhig.
Alles: sekundäre Wirklichkeit.
Steriles Zimmer, Diodenvielfalt:
Diese Bildpanoramaaufnahmen auf
hellweiß getünchter Wand: Enge.
Namensgebung als Euphemismus!
Untauglicher Versuch tatsächliche
Wirklichkeit tröstend zu kaschieren:
Walchensee IST jedoch nicht hier!
Erinnerungen an Walchensee in
den jungen Jahren: aufgepeitschte
Wellen und einrahmendes Gebirge
erlebt in kalten Fluten gebadet.
Aber: Freiheit der Entscheidungen,
das Schicksal in eigenen Händen.
Doch hier: in »Walchensee« nur
fremden Händen, ausgeliefert
abhängig von Notwendigkeiten,
von fremder Tat, fremdem Können.
»Walchensee« als gutgemeintes
Unterfangen auf dem Boden
gefühlter menschlicher Vielfalt
und endlosen Bemühungen
zu retten, was je zu retten ist:
noch, vielleicht wer weiß ...
»Walchensee« als ein Versuch:
Wirklichkeit mit Schönheit der
Namensgebung zu täuschen
Kommen, gehen. Wie, wohin?
Menschlichen Bedürfnissen zu
entsprechen. Ein Versuch. Gut
gemeint, vielleicht sogar bisweilen:
gut gemacht. Dies abhängig vom:
jeweiligen individuellen Sein,
von persönlicher Welt- und Einsicht.
(FagusArua, im Dezember 2023)
Die Jesuitenkirche (Mindelheim) in weihnachtlicher Erscheinung (2023):
Ein gutes Gewissen ist ein ständiges Weihnachten.
Benjamin Franklin
Sie sind selten, die Augenblicke im Menschenleben, wo in Weh und Wonne die heiligen Fluten weit über alles Denken gehen und den Menschen versenken in den tiefen Brunnen heiliger Andacht, süßen Bangens, heißen Sehnens.
Jeremias Gotthelf
Weihnachten macht die Frohen und Lebenstüchtigen froher, die Betrübten aber, die schwer am Leben tragen, trauriger. Weihnachten macht bewußter als jeder andere Tag, wer im Licht und wer im Schatten lebt.
Gustav Heinemann
Die meisten Leute feiern Weihnachten, weil die meisten Leute Weihnachten feiern.
Kurt Tucholsky
In der heiligen Nacht tritt man gern einmal aus der Tür und steht allein unter dem Himmel, nur um zu spüren, wie still es ist, wie alles den Atem anhält, um auf das Wunder zu warten.
Kurt Heinrich Waggerl
Weihnachten ist oft ein lautes Fest: Es tut uns aber gut, ein wenig still zu werden, um die Stimme der Liebe zu hören.
Franziskus
Die größten Ereignisse das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.
Friedrich Nietzsche
Alles bei ihnen redet, nichts gerät mehr und kommt zu Ende. Alles gackert, aber wer will noch still auf dem Neste sitzen und Eier brüten?
Friedrich Nietzsche
Besinnliche Weihnachtszeit und alles Gute für das kommende Jahr 2024!
Nirgendwo ...
Wege in unverbindlicher Helligkeit gegangen,
Die Spiegelfiguren eigenen Daseins geschaffen.
Ach welch' traurige Montage eigenen Daseins:
Vom Chronisten schnell zur Handlungsreisenden;
Und kaum jemals von Pose zur Haltung gekommen!
Auf allzu steiler Treppe gelebter Unmöglichkeiten,
Gleichgeordnet all ähnlicher Figurenhaftigkeiten.
Ein Wesen in traurig zähem Entwicklungszustand
Sicherlich: Lebensprobleme multipler Persönlichkeit;
Dabei stets Romantisierung nur der eigenen Taten,
Armselige Glorifizierung eigener zweiter Wirklichkeit:
Manien und Ideologien wirksam gegen die erste
Wendung gegen Intellekt Tiefe war meist draußen.
Wanderungen einer vermeintlichen Weltentzifferung.
Sich im Äußeren der Geschehnisse leicht offenbaren.
Apperzeption als unerträgliche Teufelei fest gebannt.
Lebenssituationen umgedeutet wie selbstherrlich!
Unbekümmerte Lügenhaftigkeit, Hohlspieglereien:
Lügengespinste auf schwierigem Gelände der Wahrheit.
Aktivitäten in gänsischer Aufgescheuchtheit O Gott!
Erleben als Halluzination all jene Reiseorgasmen
Von einer unglaublich geringen Intelligenz gezeichnet.
Immer wieder dies: Held (Heldin) in Untertatsächlichkeiten,
Von fiktivem Jenseits im unzulänglichen Diesseits umgeben!
Zwanghaft aus der Langeweile fliehen irgendwohin:
Hin zu anderen Zonen von selbsternanntem Zeitgefühl,
Aufsuchen, sie spüren, ihnen folgen und verfallend ...
Der Geschmacksindustrie folgend, haltlos gehorchend,
Beziehungswahnorgien als Ersatz für erlebbare Tiefe.
Biographische Unwahrheit unübersehbar, letztlich
Landen in den Hohlräumen der Enttäuschungen!
Aber auch: an der Randkluft des Wissens schwankend.
Vor allem jedoch: keinerlei Zone echten Zartgefühls.
Diese drögen Gefühle perfekter Unverbindlichkeit!
Die eigene Enge mit fiktiver Weitläufigkeit täuschen!
Schnell verfallende, vorübergehende Kristallisation
Einer trügerischen phantasmagorischen Wirklichkeit.
Überblickbarkeiten! Wirklich: Überblickbarkeiten?
Nein! Gesinnungslumperei als (öde) Ethik verkauft;
Geflohen, gezogen, getrieben stets nach irgendwo:
O! All diese Exzesse ermüdenden Getriebenseins!
Suchend in jenen viel zu schnell vergangenen Zeiten:
Das Ende nun allzu plötzlich diese Leere. Nichts!
Gesunken, getaumelt, ein letztes Mal dieses Gefühl:
Kein Trost, zu wenig an innerem Frieden; das Ich
Irgendwie, irgendwo, in ein Nirgendwo genebelt ...
Ihre verzweifelte letzte Suche nach dem, was da
Wirklichkeit gewesen und was nur Täuschung.
Kraftlosigkeit im Erinnern, Ende von alledem.
Unerreichbar, weil endgültig im: Nirgendwo
Ende allen Seins, den Weg zu Ende gegangen ...
(FagusArua 14. 12. 2024: Assoziation zu 14. 12. 1924 - Geburt)
Man muß jeweils seinen eigenen Weg finden, ihn entsprechend gehen, gegebenfalls auch gegen unzumutbare Widerstände. Vor allem: man muß ihn vor und für sich selbst verantworten.
(FagusArua)
Die Welt wird noch Dinge erfüllt erleben, von denen man jetzt nicht das Aussprechen der leisesten
Ahnung dulden würde. Unwiderstehlich ist die Macht der Natur und Gerechtigkeit.
Karl Ferdinand Gutzkow
Die Schwanenfamilie am 17.12.2023
Vater Schwans Gedanken zum Jahreswechsel ...
"Dann schauen wir halt mal, was das kommende Jahr uns allen bieten wird. Ich werde mich zusammen mit meiner Frau bemühen, das Beste daraus zu machen. Wir werden all unsere Jungschwäne auf ihren Weg in die Selbständigkeit schicken und danach versuchen, hier für neuen Nachwuchs zu sorgen.
So ist er eben, der Lauf der Dinge. Ein Kommen und Gehen, ein Werden und Vergehen, immer wieder tragischerweise auch dieses Spannungsverhältnis von Alpha und Omega. So bin ich seinerzeit zu diesem idyllischen Ort gekommen: es war der Tod der Schwanenfrau, die viele, viele Jahre hier zusammen mit ihrem Mann die Jungen hegte und pflegte, ehe sie dann ihren ganz eigenen Weg gehen mußten / durften / konnten. Der Schwanenwitwer suchte dann einsamerweise das Weite, wohin bleibt unbekannt. Vielleicht können wir diese Idylle mit der sicheren Insel uns weiterhin behaupten und ein gesundes Schwanenleben gestalten. Wer uns dabei hilft, uns vor allem auch die notwendige Ruhe läßt, dem danken wir aus ganzem Schwanenherzen!
Somit auch all den zahlreichen anderen, die uns und die Natur zu schätzen wissen, alles Gute und Gesundheit für heute und die kommende Zeit! Und auch etwas Schwanenherzhaftes, also auch gestaltete Langsamkeit sowie Entschleunigung."
Warum soll die Gegenwart dem ihre Blicke schenken, der immer mit der Zukunft kokettiert?
Johann Nestroy
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