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Fragmente 6
CoronaStachel
Die Zeiten – sehr verändert: eigentlich unleugbar.
Nicht aber: das Bewußtsein – vielfach, vielerorts ...
Leider! Bedauerlicherweise: partielle Blindheit.
Leugnen von Problemen, künstliche Empörung!
Dagegen setzen: Demut, Einsicht und Geduld.
Echter Verpflichtung entsprechen und handeln ...
Sich der Geschwätzigkeit hüben wie drüben entziehen.
Keine Beteiligung an Klugscheißerei und Panikmache.
Statt dessen: den Blick suchend auf die trübe
Nebelwand in Nähe und Ferne gerichtet und auf
ein sie durchdringendes Licht hoffen und warten:
Wirklichkeit einsichtig, verantwortungsvoll begreifen!
Wieder einmal: entfaltende Möglichkeit all der pluralen
Meinungsorkane; Gesinnungswinde rauschen vielfältig
übers Land – endlich Gelegenheit sich lautstark zu regen
auch für jene, die am konkreten Ort sonst Stille pflegen.
Augen werden schmaler, die Sicht nun vollends verengt.
Ohren werden dichter: nur mehr hören was gefällt;
Gehirne schrumpfen stetig, Verdrängungsorgien wuchern:
Eskapaden aus widerwärtiger Einfalt und Verkürzung!
Einstige Möglichkeiten zunehmend weniger denkbar!
So vieles in immer dichter werdendem Nebel eingefangen.
Dennoch: so tun als hätte sich nichts verändert, als sei
alles in dumpfem Anspruchsdenken endlos fortschreibbar.
Berieselung aus inkompetenten Mündern, deren Hilflosigkeit
krebsgeschwürhaft all jene armseligen lauen Winde zeitigen ...
Hilflosigkeit als Maxime enger geschnürter Wirklichkeiten;
statt Einsicht, Überlegung und Besinnung: Geisteswahnsinn.
Am Füllhorn ausgerichtete Distanz zur Eigenverantwortung,
Verweigerung und Abwesenheit von Bescheidenheit:
Die Gemeinschaft für eigenen Besitzstand verpflichten,
Vorteile eigener Wahl reklamieren, Nachteile sozialisieren ...
Ausspähen von Lücken für eigene Bereicherungen,
Sicherung selbstgewählter Pfründe verkünden:
Mit Selbstverständlichkeit die anderen verpflichten –
Nährboden für Massenhysterie und Einzelgier
Systemrelevanz als Totschlagargument!
Und eigentlich längst unübersehbar, nicht mehr zu leugnen:
Die Natur schlägt nun zurück: gegen Hybris und Unvernunft.
(Fagusarua, November / Dezember 2020)
Immer ferner ...
Vielfach –
ein Rätsel geblieben
ins Nichts verschwunden
Aufklärung unmöglich
Rätselhaftes belassen
nicht zuviel der Gedanken
Geblieben –
worauf man aufbauen konnte
Wichtiges oft dann nah
Erinnerung als Werkzeug
eigener Lebensgestaltung
Kreisläufe aller Natur
ein Werden und Vergehen
Aufbegehren sinnlos
Irgendwann –
der eigene letzte Weg
Rätselhaftigkeit im Äther
(Fagusarua 14.12.2020)
... alles fließt ...
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