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Fotos 3
Ein Hauch aus den Fünfzigern. Nicht ohne Grund hieß der Hund "Greif" ...
Da fragte ich mich schon damals, was zuerst kommt: der Wunsch als Benennung oder die Benennung
als vorgezogener Hinweis für späteres Tun ...
Jedenfalls hätte ich diesen Namen schon damals nicht vergeben. Was Wunder: das Tier machte
seinem Namen irgendwann dann alle Ehre, bekam noch den mehr oder weniger netten Ehrentitel
“Höllenhund” von genau denen, die ihn mit “Greif” zu seinem eigentlichen Tun aufgefordert hatten,
verliehen. Zu den Kindern war er lammfromm, sogar vor den Schlitten ließ er sich spannen und in
alle Richtungen zerren. Wie gesagt: nur zu den Kindern. Alles andere - bis auf das schlagende
Herrchen und fütternde Frauchen - war ständig in Gefahr: Hühner, Postboten, Polizisten,
Wäschestücke und Wanderer. Wehe wenn er sich mit seiner fünf Meter langen Eisenkette von
seinem hölzernen Hundehäuschen losgerissen hatte und dorfeinwärts auf Wanderschaft ging ... 
Irgendwann war Greif dann nicht mehr. Angeblich verkauft. Tatsächlich: totgeschossen.
Daneben Greifs Vierfünftelfamilie und zur Vervollständigung noch eine Luftaufnahme
von Greifs Königreich. Hier herrschte er, hier wachte er, von diesem zurückgezogenen
Plätzchen aus unternahm er seine Ausflüge dorfeinwärts um Lob und Tadel gemäß seiner
ureigenen Perspektive zu vergeben ...
Einmal soll Greif sogar mit dem Linienbus zu seinem früheren Zuhause gefahren sein, um einen
alten Rivalen zu bekämpfen. Jedenfalls der Busfahrer kannte Greif, ließ ihn einsteigen. Greif nahm
folgsam neben dem Schaltknüppel Platz und stieg am Ziel aus, um ohne zu zögern seinen Feind
aufzusuchen. Der Kampf hatte begonnen ... Was blieb: ein schwer lädierter Gegner, der leicht
verletzte Greif und ein Telefonanruf, man solle das “Sauvieh” endlich wieder heim holen...
(So zumindest wurde mir diese Geschichte tradiert, allerdings von nicht - wie es immer so schön heißt - "zuver-
lässiger Quelle". Aber vielleicht stimmt die Geschichte doch?! Zum Nachdenken regt sie so oder so an ...)
Und Greif wußte auch mit "Besuch aus Thüringen" (Bild rechts) umzugehen (damals waren die Grenzen noch offen).
Mich plagte als Kind ein sehr starker Keuchhusten, längerer Klinikaufenthalt in der damals guten Garmischer Luft: das
hat in vielerlei Hinsicht geholfen und mir gut getan ... Meiner damaligen schulischen "Karriere" hat es nicht geschadet.
... und dann durch weise Voraussicht meiner maßgeblich bestimmenden Bezugspersonen in dieser schönen Gegend für einige Jahre angekommen ... (und bis heute ist mir diese Gegend von sehr hohem Wert)
1954 nach vier Jahren Grundschule an der ORS Hohenschwangau gelandet ... Ein Klassenphoto aus dem Jahre 1956 (ich: letzte Reihe, dritter von links) Klassenausflug nach Freiberg-Eisenberg
Ja, ja, ja -- auch das fand mit mir statt ... (im Rückblick wirklich unglaublich ...) Opa (mütterlicherseits) und Tante Resi (Mutters Schwester) waren der Standard im "Patengeschehen" -- für mich beide fürs Leben sehr, sehr wichtig.
(Opas und später Resis Bienenhaus) ... mehr als ein Jahrzehnt ein doch vom üblichen Rhythmus abgehobenes Dasein, vor allem mit recht viel Unabhängigkeit, gleichwohl wie im Leben üblich: immer auch ein auf und ab und so weiter ...

.... da kam es schon mal vor, daß ich nach Rückkehr aus einem der zahlreichen Urlaube (vor allem Griechenland) Sturmschäden vorfand, so hier im Bild die teilweise Zerstörung des Pumpenhäuschens (eigene Wasserversorgung), was dann natürlich einige Unangenehmlichkeiten mit sich brachte und etwas Improvisationstalent erforderte; auffallend in den Bildern auch meine damalige Wahlwerbung, die im konservativen Verwandtschaftskreis nicht gerade auf Gegenliebe stieß. Teilweise wurde ich -- völlig unsinnigerweise! -- sogar bisweilen als "Kommunist" da beschimpft. (Als Ursache für diese "verheerende Entwicklung", wie sie es nannten, hatten sie meinen mit der vorangegangenen Bergbaulehre verbundenen sozialen Umgang ausgemacht. Auch so ein typisches Beispiel für die Auswüchse von verkürztem Denken bzw. von der Unfähigkeit, denken zu können schlechthin, nicht wahr?! Aber wie heißt es in Bayern doch so schön: "So sans halt, die Leut'!" und damit muß man wohl oder übel leben ...) Heute würde ich freilich diese Werbung für die SPD und FDP auf gar keinen Fall mehr machen (gewiß nicht wegen möglicher Reaktionen anderer darauf, sondern weil ich beide Parteien mit dem Großteil ihrer Repräsentanten derzeit einfach für unfähig halte!)-- aber das war damals eben mein Denken (und man muß auch zu seiner Vergangenheit stehen können!), meine Hoffnung, mit der sozialliberalen Koalition (Stichwort Brandts: "mehr Demokratie wagen" ...) auf eine Besserung der Verhältnisse setzen zu können. Alles in allem hat sich das bekanntlich als Trugschluß erwiesen. Und heute (2018) dürften die Probleme unter dem Diktat der "Political Correctness" eher wieder schlimmer geworden sein, was intellektuelle, sachliche und diskursive Auseinandersetzungen angeht: jedenfalls findet ein echter Diskurs im Lande nicht (mehr) statt ... Schädlich für die Demokratie!
Wer das heutige Geschwätz in der Politik (leider bei allen Parteien, ausnahmslos) mitbekommt und wer an wirklicher Diskussion mit der ernsthaften (und "gründelnden") Anstrengung um Faktenbeschaffung interessiert ist, dürfte wohl sehr enttäuscht über die Entwicklung hierzulande sein: Oberflächlichkeit, Scheindebatten, Ablenkungsmanöver und allenfalls Halbwissen bestimmen weithin die Szene (natürlich nicht nur in der Politik!). Für eine Demokratie ist das gefährlich!
... dann eine Bergbaulehre (Abschluß: Knappenbrief), um mit dem dort verdienten Geld mir meine Unabhängigkeit zu verschaffen, sie zumindest zu mehren ...
... und dann, ja dann, o weh ... gab es eben diesen "Umweg" in der eigentlichen von mir vorgesehenen Lebensbahn ...
... einer meiner Irrwege (ich fand damals nicht die mir passende "Umgehungsstrasse"), gleichwohl gebe ich zu, daß ich auch davon für mich persönlich viel profitiert habe (vielleicht gerade der Nutzen von Irrwegen ...) ...
Diesen Weg einer Art von "Zwangs-Karriere" (stimmt natürlich objektiv betrachtet so nur bedingt, ich weiß ...) habe ich aber dann recht zügig und konsequent, vor allem aber: für alle Zeiten noch rechtzeitig beendet.
... eine lange Phase des Schuldaseins ... aber irgendwann geht jeder Abschnitt einmal zu Ende, ja bisweilen gilt: sollte zu Ende gehen ... (die Bilder zeigen mich beim Einwurf und der Durchführung meiner Kündigung)
... denn den berüchtigten "Held der Arbeit" muß man ja nicht so unbedingt als ausschließliches Lebensziel anstreben, Aspekte und Möglichkeiten der Selbstbestimmung sollten schon noch dominieren -- und überhaupt: alles fließt ...
... dies alles nicht mißverstehen: ich finde es eminent wichtig, sich seine eigene Existenz weitestgehend selbst gestalten und finanzieren zu können, dies geht eben in aller Regel nicht ohne Arbeit: aber man sollte hier stets sorgsam abwägen; für meinen Teil habe ich das konsequent verfolgt, indem ich eine durch das Elternhaus materiell sicherlich bis zum Ende eines "ordentlichen" Studiums abgesicherte bequemere "Laufbahn" dem augenscheinlich härteren Weg aufgegeben habe, dafür jedoch mir viel mehr Unabhängigkeit sowie bessere, breitere Entwicklungsperspektiven eröffnete -- und irgendwie natürlich auch mehr Spaß und unterschiedlichste Herausforderungen erleben konnte. Alles hat halt seinen Preis ...
Weitere Stationen ...
... so findet halt ein jeder Mensch den ihm gemäßen Platz -- man muß eben nur wollen. Anders gewendet: wie man sich bettet, so liegt man. Oder nochmals anders gesehen: jeder findet seinen Haufen, wo er "Boss" spielen kann ...
"Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich; unglücklich ist jede Familie auf ihre eigene Art." (Leo Tolstoi)
... und liegen zwischen diesen beiden Bildern Welten? Und wenn ja: wie viele ... vor allem: welche ?
"Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert und zutage kommt, wenn sein Schicksal anfängt, ihm über den Kopf zu wachsen."
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
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